Ein Tanzlehrer, eine Baguette-Verkäuferin, ein Historiker, eine Marktfrau – Cédric Klapischs Ensemblefilm „So ist Paris" folgt zahlreichen Pariser Schicksalen, die sich rund um eine schwere Diagnose miteinander verweben. Diese Seite widmet sich dem Film, seinem Regisseur und dem Genre des französischen Ensemblefilms.
Ein Blick auf Handlung, Besetzung und Rezeption von „So ist Paris".
Im Zentrum von „So ist Paris" (Originaltitel: „Paris", 2008) steht Pierre, ein Tänzer, der erfährt, dass er schwer krank ist und möglicherweise nicht mehr lange zu leben hat. Von seiner Wohnung aus beobachtet er das Treiben auf den Straßen von Paris – und Regisseur Cédric Klapisch lässt daraus ein Mosaik aus Figuren entstehen: eine Historikerin, ein Marktverkäufer, Studierende, Nachbar:innen. Ihre Geschichten kreuzen sich lose, verbunden durch die Stadt selbst als eigentliche Hauptfigur des Films.
In den Hauptrollen sind Juliette Binoche, Romain Duris und Fabrice Luchini zu sehen. Der Film feierte 2008 Premiere und lief im deutschsprachigen Raum unter anderem im Rahmen der Französischen Filmwoche Berlin sowie in zahlreichen Programmkinos.
Kritiker:innen lobten insbesondere, wie es Klapisch gelingt, Melancholie und Alltagskomik nebeneinander bestehen zu lassen, ohne dass sich die vielen Erzählstränge gegenseitig erschlagen – ein Kennzeichen, das auch viele seiner anderen Filme prägt.
Symbolbild – kein Filmstill.
Klapischs Werk kreist immer wieder um Gemeinschaften, WGs und das Nebeneinander vieler Lebenswege.
Symbolbild.
Cédric Klapisch gehört zu den bekanntesten französischen Regisseuren, wenn es um Filme über Zusammenleben und Zufallsgemeinschaften geht. International bekannt wurde er vor allem durch seine sogenannte „L'Auberge espagnole"-Trilogie über eine Erasmus-Wohngemeinschaft in Barcelona, die er über fast zwei Jahrzehnte hinweg fortführte. „So ist Paris" überträgt dieses Prinzip vieler parallel erzählter Leben von einer WG auf eine ganze Stadt.
Auffällig in Klapischs Filmografie ist die enge Zusammenarbeit mit wiederkehrenden Schauspieler:innen sowie ein Gespür für Milieuschilderungen, die trotz vieler Figuren nie in reine Beliebigkeit abgleiten.
Frühe Arbeiten, die Klapischs Interesse an Wohngemeinschaften und Zufallsbekanntschaften erkennen lassen.
Der Auftakt der bekannten Erasmus-WG-Trilogie, international vielfach ausgezeichnet.
Ensemblefilm über zahlreiche Pariser Schicksale rund um eine schwere Diagnose.
Abschluss der Erasmus-Trilogie, erneut mit dem Ensemble der Vorgängerfilme.
Weiterführende Artikel zu Klapischs Filmen, Paris im Kino und dem Ensemblefilm-Genre.
Erzähltechniken, die parallele Handlungsstränge zusammenhalten, statt sie zerfasern zu lassen.
Wie französische Regisseur:innen die Stadt selbst zur Hauptfigur ihrer Filme machen.
Von „L'Auberge espagnole" bis „Chinesisches Puzzle" – eine Werksübersicht.
Filme wie „So ist Paris" gehören zu einer eigenen Tradition des französischen Kinos: dem Ensemblefilm, der eine Stadt oder Gemeinschaft über mehrere parallele Figuren erzählt. Dieser Ratgeber ordnet das Genre ein und erklärt, worauf es bei dieser Erzählform ankommt.
Ein Ensemblefilm verzichtet auf eine einzelne Hauptfigur und erzählt stattdessen mehrere, oft lose miteinander verknüpfte Handlungsstränge gleichberechtigt. Die eigentliche Klammer ist häufig ein Ort (wie Paris), ein Ereignis oder ein gemeinsames Milieu. Die Herausforderung liegt darin, genügend Tiefe für jede Figur zu schaffen, ohne dass der Film zerfasert wirkt.
Paris bietet durch seine dichte, in sich verschachtelte Stadtstruktur – Innenhöfe, Cafés, Métro-Stationen, Wohnblocks – ideale Bedingungen für Geschichten, in denen sich fremde Menschen im Alltag beiläufig begegnen. Diese urbane Nähe wird in Filmen wie „So ist Paris" gezielt genutzt, um glaubwürdige Zufallsbegegnungen zwischen den Figuren zu erzeugen.
| Merkmal | Typische Umsetzung |
|---|---|
| Erzählstruktur | Mehrere parallele, lose verknüpfte Handlungsstränge |
| Hauptfigur | Oft der Ort selbst (Stadt, Viertel, Institution) |
| Tonalität | Mischung aus Alltagskomik und Melancholie |
| Risiko | Zu viele Figuren ohne ausreichende Tiefe |
Klapisch zählt zu den Regisseuren, die dieses Prinzip über Jahrzehnte verfeinert haben – von der Wohngemeinschaft in „L'Auberge espagnole" bis zur ganzen Stadt in „So ist Paris". Wiederkehrende Motive sind dabei das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Lebensentwürfe und die Frage, wie viel Nähe zufällige Nachbarschaft erzeugen kann.
Weitere Besprechungen zu Klapischs Filmen und dem Ensemblefilm-Genre veröffentlichen wir laufend in unserem Blog.
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